beides stimmt
das Bild als beharrliche Verweigerung des Gegenstandes
und doch als vorsichtiges Umspielen seiner erinnerten Form.
Es wäre richtig, zu sagen
Sabine Schreckeneder findet intuitiv zur Form
doch zugleich stellt sie diese ohne Anschauungsvorspiel hin wie eine Behauptung.
Ihr subjektiver Ausdruck und
die Ojektivität einer erstrebten Harmonie
durchdringen sich wechselseitig im Dialog der künstlerischen Arbeit.
Sie selbst nennt es:
„Wenn ich steckenbleibe, gibt es zwei Wege,
die beide weiterführen können: das écrire automatique oder eine Phantasie des Gegenstandes“
Grafik oder Malerei?
beides wäre den Arbeiten zu attestieren
und auf je entsprechende Weise wahr.
Schwebende graphische Struktur und eine in vielen Details klare Entscheidung zur Stützung und Öffnung des Bildganzen.
Die Farbfläche als Dazwischen, Dahinter, Darüber (Davor?) ;
zusammen:
kleine durch graphisches Netzwerk vernähte Farbinseln, gestische Wanderungen über eine fiktive Bildlandschaft.
Die Farbe , von gezeichneten in den suggestiven Tiefenraum des Bildes gezirkelten Gebärden in eine wechselseitige Steigerung der jeweiligen Qualität gehoben . Die unter die Haut aus organischen , vegetabilen Notizen verdichteten formalen wie farbig atmosphärischen Zusammenhänge, immer wieder auch durch den Eintrag dynamischer Flächen aufgewölbt.
abstrakt oder konkret ?
schwer zu sagen.
Die konsequente Verweigerung einer Gegenständlichkeit -
letzlich doch eine Annäherung an sie ?
Die Künstlerin hält offen, was geklärt nur Formalismus ergäbe,
aber:
Die Serie der rotorangen Bilder wäre dieser Einschätzung doch entgegenzuhalten?
Nicht wirklich.
Monochrome - beinahe hermetische Bilder als Auslassungen des gestischen Netzwerks?
Könnte gemeint sein, nur zugleich zeigt die Form eine Übermalung ursprünglich auch graphisch durchwirkter Bilder.
Sabine Schreckeneders Gestaltungsvorgang bleibt gegensätzlich und vielschichtig,
und das Ergebnis?
Beide Gegensätze;
vermutlich den einen eher als Ausgangspunkt, den anderen als vorläufiges Ziel;
unlösbare Zusammenhänge, durchdrungen im Prozeß der Gestaltung
(Zeit demzufolge als eine Variante des Ineinander).
Das Ergebnis scheint offen; „diffus“, wie sie es nennt - aber:
Das Ergebnis wirkt stimmig (auch als Doppelbild).
Das Ergebnis ist komplex, und darin eminent künstlerisch.
Es ist keine Entscheidung nötig zwischen den Extremen, insofern Komplexität ausgedrückt und erreicht wird (Harmonie auf diesem Weg ideales Ziel und nicht Dogma bildet).
Zwischen derartigen Extremen wird Begegnung sichtbar.
Die Interaktion mit dem Medium, die Öffnung der Form, das Spiel der Gegensätze, das Einbinden des spontanen Ausdrucks und der individuellen Gestik in ein gestaltetes Ganzes nimmt die Betrachter mit hinein.
Die einzige nötige Entscheidung Sabine Schreckeneders ist getroffen:
Kunst
Thomas Stadler
Seelenbilder?
die Seele als Ausdruck, aber auch als dessen Prinzip: die Form - als Zusammenhalt.
Ziel ist viel mehr Komplexität als beim Wolfgang
Eine Frühlingsausstellung
Der Frühjahr Sommer Katalog ist da
Entscheidung als Mut zur Offenheit
und etwas dafür zu tun
Sie hat Kunst und Leben klarer getrennt als Wolfgang
spielt zwillinghaft mit der Form
Zuletzt
Einige Doppelbilder als ein weiterer Beweis meiner Behauptung